Aloe-vera-Saft: Was das Blatt bewahrt und was Studien fanden – Sage Green
Diese Seite unterstützt deinen Browser nur begrenzt. Wir empfehlen dir, zu Edge, Chrome, Safari oder Firefox zu wechseln.

Free shipping over €50

Use coupon code WELCOME10 for 10% off your first order.

Cart 0

Herzlichen Glückwunsch! Deine Bestellung ist für den kostenlosen Versand qualifiziert. You are €50 away from free shipping.
Keine weiteren Produkte zum Kauf verfügbar

Produkte
Zwischensumme Kostenlos
Versand, Mehrwertsteuer und Rabattcodes werden an der Kasse berechnet

Aloe vera: Das Gel, das kein Kaktus ist, und was das Blatt wirklich bewahrt

Rows of aloe vera plants on a desert plantation, mountains and clear sky behind

Auf fast jeder Fensterbank in Riga, Tallinn und Vilnius steht eine Aloe, und fast niemand gießt sie. Sie sitzt in einem Topf, der ihr zu klein ist, neigt sich zur Scheibe, wird wochenlang vergessen – und stirbt nicht. Jemand verbrennt sich den Finger an einer Pfanne, bricht eine Blattspitze ab, und ein klares, kühles Gel tritt aus – mehr Wasser, als die Pflanze den ganzen Monat bekommen hat. Dann stellt man den Topf zurück und nennt sie einen Kaktus.

Sie ist kein Kaktus. Sie ist etwas Seltsameres und, für jeden, der das Gel trinkt, etwas Interessanteres: eine entfernte Cousine der Lilie, die gelernt hat, in der Wüste Wasser zu halten, und die seit mindestens zweitausend Jahren auf den Handelswegen der Menschen mitgereist ist – wegen dessen, was sie bewahrt. Dies ist die Geschichte davon, was wirklich in diesem Blatt steckt – das Wasser, die Zuckerkette, die bittere Schicht, die wir entfernen – und davon, was die Studien herausfanden, wenn Menschen es tranken.

Eine Sukkulente, kein Kaktus

Die Botaniker haben die Frage schon vor einer Weile geklärt. In der heutigen Klassifikation der Blütenpflanzen steht die Gattung Aloe in der Familie der Asphodelaceae, in der Ordnung der Asparagales – derselben Ordnung wie Spargel und Zwiebel [1]. Kakteen gehören zu einem völlig anderen Zweig, den Caryophyllales, wo ihre nächsten Verwandten auf dem Esstisch Rote Bete und Spinat sind. Aloe und Kaktus ähneln sich aus demselben Grund, aus dem ein Delfin einem Hai ähnelt: dasselbe Problem, zweimal gelöst. Das Problem heißt Trockenheit.

Es gibt mehr als 500 Arten der Gattung Aloe, verteilt über Afrika, die Arabische Halbinsel, Madagaskar und die Inseln des westlichen Indischen Ozeans [2] [3]. Die auf der Fensterbank, Aloe vera, ist der nördliche Ausreißer: Als ein Team um Olwen Grace 2015 den Stammbaum der Gattung rekonstruierte, ließ sich ihr Ursprung auf die Arabische Halbinsel zurückführen, an den nördlichsten Rand des Verbreitungsgebiets der Gruppe [2]. Dieselbe Studie fragte, warum von 500 Verwandten ausgerechnet diese die Welt erobert hat. Ein Teil der Antwort liegt im Blatt: Von den 81 Aloe-Arten mit dokumentierter medizinischer Verwendung haben 98 Prozent dicke, sukkulente Blätter, und das große wasserspeichernde Blatt ist für sich genommen der beste Anhaltspunkt dafür, ob eine Art jemals genutzt wurde. Der andere Teil ist die Geografie. Aloe vera wuchs in der Nähe der großen historischen Handelswege und wurde früh in Kultur genommen, und das – nicht irgendeine einzigartige Chemie –, so schließen die Autoren, ist der Grund, warum gerade sie die Aloe ist, die in jedem Laden steht [2].

Was das Blatt bewahrt

Aloe-vera-Pflanze mit dicken grünen Blättern wächst im Freien in voller Sonne

Eine Sukkulente ist eine Pflanze, die das Problem der Trockenheit durch Speicherung gelöst hat, und Aloe vera löst es auf zwei Arten zugleich. Die erste ist ein Trick mit der Zeit. Die meisten Pflanzen öffnen die Poren ihrer Blätter tagsüber, um Kohlendioxid aufzunehmen, und verlieren darüber Wasser, solange die Sonne scheint. Die Aloe macht es umgekehrt. Sie nutzt eine Form der Photosynthese, die Crassulaceen-Säurestoffwechsel heißt, kurz CAM, bei der sich die Poren nachts öffnen, wenn die Luft kühl und feucht ist, und sich in der Hitze des Tages schließen [4]. Das im Dunkeln gesammelte Kohlendioxid wird als Säure gespeichert und im Licht verbraucht. Bei Trockenheit hält die Pflanze ihre Poren einfach länger geschlossen, und selbst unter schwerem Wasserstress öffnet sie diese nachts noch [4].

Die zweite Lösung ist die, die wir trinken. Im Inneren des Blattes, unter der grünen Haut, sind die Zellen riesig und bestehen fast nur aus Vakuole – ein Gewebe, das Botaniker Hydrenchym nennen, also Wassergewebe [4]. Das ist das Gel. Analysiert man die Pflanze, kommt das Blattinnere auf 98 ± 1 Gramm Wasser je 100 Gramm, der klare Schleim auf etwa 99.5 Prozent [5] [6]. Alles, was die Aloe zur Aloe macht, steckt in den verbleibenden ein bis zwei Prozent, weshalb sich bei fast jeder eindrucksvoll klingenden Zahl über die Pflanze – so viel Prozent Polysaccharide, so viel Prozent Ballaststoffe – herausstellt, dass sie an getrocknetem Material gemessen und stillschweigend verhundertfacht wurde. Die ehrliche Zahl ist klein. Das Blatt ist ein Reservoir, und was es gelöst in sich trägt, ist eine bescheidene Menge von etwas ganz Bestimmtem.

Es lohnt sich zu wissen, was nicht drin ist. Die bislang detaillierteste Analyse der frischen Pflanze, veröffentlicht 2019, fand im inneren Gel und im Schleim kein nachweisbares Vitamin C; das wenige, das das Blatt bildet, sitzt in der grünen Rinde [6]. Aloe ist keine Vitaminquelle. Das war nie der Grund, warum jemand sie trank.

Hello Aloe 1 L – Flasche mit Bio-Aloe-vera-Saft

Unsere Empfehlung

Hello Aloe – Bio-Aloe-vera-Saft 1 L

Bio-Aloe-vera-Gel aus dem Blattinneren (99.7 %) mit einem Hauch Zitronensäure und sonst keinem Zusatz – das Reservoir des Blattes, so nah an der Pflanze auf der Fensterbank, wie wir es in die Flasche bekommen.

Jetzt kaufen →

Zwei Materialien in einem Blatt

Gelber Saft tritt aus einem frisch geschnittenen Aloe-vera-Blatt aus

Schneidet man ein Aloe-Blatt quer durch, sieht man drei Schichten: die zähe grüne Rinde; gleich darunter einen Ring aus Leitbündeln; und das klare innere Parenchym, das Filet [5]. Aus den Zellen neben diesen Bündeln sickert ein bitterer gelber Saft. Er hat mit dem Gel nichts zu tun. Das Gel ist Wasser und Zuckerketten; der gelbe Saft ist ein Konzentrat aus Anthrachinonen – allen voran Aloin – und ein Abführmittel, und genau deshalb war er der erste Teil der Pflanze, mit dem Menschen handelten [5] [7].

Dioscorides, der griechische Militärarzt, dessen De materia medica mehr als tausend Jahre lang Europas Standardwerk der Arzneikunde blieb, beschreibt die Aloe im dritten Buch. Das Blatt, schreibt er, sei dick und rolle sich zurück wie das der Meerzwiebel; die Pflanze wachse vor allem in Indien, von wo ihr Saft ausgeführt werde, und auch in Arabien; der Saft komme in zwei Güteklassen; und er sei adstringierend, trocknend und entleere den Darm [7]. Dieser Saft war der getrocknete Bittersaft – die Droge, die das Mittelalter „Aloe“ nannte – und er ist bis heute eine Industrie. In Südafrika wird der Saft von Aloe ferox für den Export wild gesammelt, ebenso der von Aloe secundiflora in Kenia; die Gel-Industrie dagegen arbeitet mit Aloe vera-Plantagen in Mexiko, den Vereinigten Staaten und Südamerika [3]. Zwei Produkte, zwei Handelszweige, zwei verschiedene Teile eines Blattes. Noch 1999 klagten die Autoren einer Übersichtsarbeit, die Literatur verwechsle die beiden ständig [8].

Für ein Getränk ist diese Unterscheidung alles, und deshalb beginnt die Verarbeitung der Aloe mit einem Messer. Das Gel wird aus dem Blatt filetiert, Rinde und bittere Schicht werden verworfen. Die Zahlen zeigen, warum. Als das National Toxicology Program der Vereinigten Staaten einen nicht entfärbten Ganzblattextrakt analysierte, enthielt er 14.1 bis 15.9 Milligramm Aloin A pro Gramm; die entfärbte Version desselben Materials enthielt 0.06 bis 0.2 – rund hundertmal weniger [9]. Der eigene Zertifizierungsstandard der Aloe-Industrie für ein trinkbares Produkt ist noch strenger: höchstens 10 Teile pro Million Aloin [10]. Ein echter Aloe-Saft ist das Innere des Blattes, und nur das Innere. Niemand möchte Dioscorides’ Abführmittel im Frühstücksglas.

Acemannan: die Zuckerkette mit dem fragilen Mantel

Mann schneidet mit einem Messer das klare Gel aus einem Aloe-vera-Blatt auf einem Holztisch

Was also steckt in den ein, zwei Prozent, die nicht Wasser sind? Das charakteristische Molekül des Aloe-Gels ist Acemannan, eine lange Kette aus Mannose-Zuckern, Ende an Ende verknüpft – 84.9 Prozent Mannose, mit etwas Glucose und Galactose – und im Schnitt mit etwa einer Acetylgruppe pro Zuckereinheit besetzt [11]. Diese Acetylgruppen sind die Signatur der frischen Pflanze. Sie sind auch der fragile Teil. In frischem Gel wurden 107 bis 139 Milligramm Acemannan pro Gramm Trockenmasse gemessen [12], und wie viel davon in eine Flasche gelangt, und in welchem Zustand, hängt fast ausschließlich davon ab, was zwischen Feld und Glas damit geschieht.

Die Forschung ist hier ungewöhnlich eindeutig, und es ist Forschung über Verarbeitung, nicht über Gesundheit. In einer Studie zu vier industriellen Trocknungsverfahren – Sprühtrocknung, Gefriertrocknung und zwei weiteren – senkte jedes einzelne die Acemannan-Ausbeute um etwa 40 Prozent und riss mehr als 60 Prozent der Acetylgruppen von der Mannose-Kette [13]. Trockene Hitze tut dasselbe langsamer: Nach 15 bis 20 Stunden bei 60, 80 und 100 °C behielt das Gel 86, 53.5 und 39.3 Prozent seiner Acetylierung, und ein kommerziell hergestelltes Produkt aus dem Blattinneren, das parallel getestet wurde, hatte 34.9 Prozent behalten [14]. Pasteurisierung bei 65 bis 85 °C entfernt Acetylgruppen und schert die Galactose-Seitenketten ab [12]. Das Molekül, das das Blatt verlässt, ist nicht immer das Molekül, das bei Ihnen ankommt.

Im Jahr 2023 kaufte eine spanische Gruppe fünfzehn Aloe-Getränke aus dem Regal und analysierte sie [15]. Von den acht, die als mehr als 99 Prozent Aloe ausgewiesen waren, enthielten nur drei mehr als 160 Milligramm Acemannan pro 100 Gramm, und vier enthielten weniger als 35. Die sieben aromatisierten Getränke, hergestellt mit 30 bis 77 Prozent Aloe, lagen alle unter 30 Milligramm und hatten ihre Acetylgruppen meist vollständig verloren; über die ganze Reihe hinweg hatten alle Proben bis auf eine weniger als 35 Prozent ihrer Acetylierung behalten [15]. Das Etikett sagte Aloe. Die Chemie sagte in vielen Fällen: Wasser mit einer Erinnerung an Aloe. Das ist der Grund, warum uns so sehr am Herzen liegt, wie wenig wir einem Saft antun – über Hitze und was sie kostet haben wir in Kaltgepresster oder pasteurisierter Saft geschrieben – und warum gerade bei Aloe die erste Frage an jede Flasche nicht lautet, was sie verspricht, sondern wie weit sie sich vom Blatt entfernt hat.

Was die Studien fanden: der Darm

Glas Aloe-vera-Saft neben frischen Aloe-Blättern auf einem Holztisch

Aloe wird für den Magen getrunken, seit sie überhaupt getrunken wird, und der Darm ist der Bereich, in dem moderne Studien das verwendet haben, was einem Saft am nächsten kommt. Im Jahr 2018 fasste ein koreanisches Team die drei randomisierten, placebokontrollierten Studien zu Aloe beim Reizdarmsyndrom zusammen – insgesamt 151 Menschen. Die Symptomwerte verbesserten sich unter Aloe um 0.41 Standardabweichungen stärker als unter Placebo (95-%-Konfidenzintervall 0.07 bis 0.75), die Chance auf ein Ansprechen war 1.69-mal so hoch (1.05 bis 2.73), die drei Studien stimmten miteinander überein, und kein unerwünschtes Ereignis wurde der Aloe zugeschrieben [16]. Das ist ein echter, wenn auch bescheidener gepoolter Effekt bei einem Leiden, dem die Medizin bekanntermaßen nur schwer beikommt.

Die Studien hinter der gepoolten Zahl verdienen es, für sich gelesen zu werden. Die britische Studie gab 58 Menschen einen Monat lang viermal täglich 50 ml Aloe-Gel-Getränk; 35 Prozent sprachen unter Aloe an, gegenüber 22 Prozent unter Placebo – ein Unterschied, der insgesamt keine Signifikanz erreichte, mit einem Trend zum Nutzen bei denen, deren Hauptsymptom Durchfall war [17]. Das stärkste Einzelergebnis stammt aus einem ganz anderen Krankheitsbild. Im Jahr 2004 tranken 44 ambulante Patienten mit leicht bis mäßig aktiver Colitis ulcerosa vier Wochen lang zweimal täglich 100 ml Aloe-Gel aus dem Blattinneren oder ein Placebo. Unter Aloe erreichten 30 Prozent eine Remission, und weitere 37 Prozent besserten sich – ein klinisches Ansprechen bei 47 Prozent, gegenüber 14 Prozent unter Placebo; der Unterschied im Ansprechen war signifikant, der Unterschied in der Remission für sich allein nicht, und die Darmschleimhaut sah unter dem Endoskop in beiden Gruppen gleich aus [18]. Die Autoren nannten den Nutzen möglich und bescheiden und forderten eine größere Studie. Zwanzig Jahre später hat sie niemand durchgeführt – was mehr darüber sagt, wer Studien zu einer Pflanze finanziert, die niemand patentieren kann, als über die Pflanze. Über die eigene Nachtschicht des Darms haben wir in Schlaf und das zweite Gehirn geschrieben; Aloe gehört zu den ältesten Dingen, die Menschen hineingegossen haben, um dort für Ruhe zu sorgen.

Fire Bloom 3 L – Bag-in-Box mit Bio-Saft aus Aloe vera, Ingwer und Kurkuma

Unsere Empfehlung

Fire Bloom – Bio-Saft aus Aloe vera, Ingwer und Kurkuma 3 L

Bio-Aloe-vera-Saft (92 %), gewärmt mit Bio-Ingwer (5 %) und Kurkuma (3 %), ohne Zuckerzusatz – das kühle Reservoir des Blattes, in das zwei Wurzeln aus der Küche eingerührt sind.

Jetzt kaufen →

Was die Studien fanden: der Blutzucker

Das andere Feld der Humanforschung zu oral eingenommener Aloe betrifft den Blutzucker, und hier ist das Auffällige, wie viele unabhängige Analysen in dieselbe Richtung zeigen. Allein im Jahr 2016 erschienen drei getrennte Metaanalysen. Eine fasste neun Studien mit 283 Menschen zusammen und fand den Nüchternblutzucker unter Aloe um 46.6 mg/dL niedriger und, über fünf dieser Studien mit 89 Menschen, den HbA1c – den Dreimonatsdurchschnitt – um 1.05 Prozentpunkte niedriger [19]. Eine zweite, strengere Analyse von fünf randomisierten Studien mit 415 Menschen mit Prädiabetes oder frühem, unbehandeltem Diabetes fand den Nüchternblutzucker um 30.05 mg/dL und den HbA1c um 0.41 Punkte niedriger, wobei beim HbA1c-Ergebnis überhaupt keine Uneinigkeit zwischen den Studien bestand [20]. Eine dritte, aus Thailand, fand den HbA1c über die fünf Studien, die ihn maßen, bei 235 Menschen um 0.99 Punkte niedriger [21].

Als eine Übersichtsarbeit 2021 in Frontiers in Pharmacology die Metaanalysen zu achtzehn Heilpflanzen nebeneinanderstellte, hatte Aloe-Gel von allen den größten Effekt auf den HbA1c – 0.99 Prozentpunkte, vor Flohsamen und Bockshornklee [22]. Die Autoren fügen den Vorbehalt hinzu, der zu dieser Zahl gehört: Einige der zugrunde liegenden Studien liefen kürzer als acht Wochen, zu kurz, um die volle Wirkung auf einen Dreimonatsdurchschnitt zu sehen, und sie fordern Studien von mindestens drei Monaten [22]. Zwei weitere ehrliche Fußnoten. Die erste Analyse fand Hinweise darauf, dass kleine negative Studien in der Literatur fehlen könnten [19]; und die meisten dieser Studien verwendeten Aloe-Kapseln oder getrocknetes Gel-Pulver, kein Getränk [20]. Die Richtung ist über jede Analyse hinweg, die wir finden konnten, dieselbe; die Größe des Effekts, und ob ein Glas Saft ihn liefert, ist die offene Frage. Wenn das Nachmittagstief Ihr besonderes Problem ist, steht die Mechanik dahinter in Das Tief um 3 Uhr nachmittags.

Zweitausend Jahre dieselbe Pflanze

Tritt man von den Studien einen Schritt zurück, ist die längere Überlieferung für sich genommen bemerkenswert. Dioscorides schrieb seinen Eintrag im ersten Jahrhundert [7]. Eine lebende Aloe vera wurde über das Rote Meer und die Routen des Indischen Ozeans verschifft, bevor es ein Europa gab, in das man sie hätte verschiffen können, und als die Geschichte der Gattung schließlich mit DNA rekonstruiert wurde, erwies sich ihr Platz an diesen Routen – nicht ihre Chemie – als die beste Erklärung für ihren Ruhm [2]. Heute steht jede Aloe-Art der Erde unter dem Schutz des CITES-Abkommens über den Handel mit gefährdeten Pflanzen, mit einer Ausnahme: Aloe vera, die so lange und so weit verbreitet kultiviert wurde, dass sie eigentlich gar keine Wildpflanze mehr ist [3].

Die klinische Bilanz ist jünger und langsamer. Als zwei Forscher aus Exeter 1999 systematisch jede kontrollierte Studie zu Aloe durchsahen, fanden sie die Evidenz vielversprechend und dünn [23]. Ein Vierteljahrhundert später ist sie immer noch dünn – und immer noch vielversprechend: eine Handvoll kleiner Studien zum Darm, ein Bündel Metaanalysen zum Blutzucker und eine Pflanze, die jedes Reich überlebt hat, das mit ihr handelte. Wir finden, das ist eine ehrliche Position, von der aus man trinken kann. Kein Wundermittel; ein Reservoir, mit einem langen Gedächtnis und einer kurzen Liste von Dingen, die es nachweislich tut.

Was Sie diese Woche tun können

  1. Lesen Sie erst das Etikett, dann die Versprechen. Bei Aloe sagen Ihnen der Aloe-Anteil und das Fehlen von Aromen mehr als jedes Versprechen auf der Vorderseite. Die Studie von 2023 mit Getränken aus dem Regal fand, dass in den aromatisierten Getränken vom Signaturmolekül der Pflanze fast nichts mehr übrig war [15].
  2. Trinken Sie ihn kalt und bald nach dem Öffnen. Die Acetylgruppen, die frisches Gel auszeichnen, gehen durch Hitze und Zeit verloren [13] [14]. Bewahren Sie ihn im Kühlschrank auf und behandeln Sie eine offene Flasche wie ein angeschnittenes Blatt.
  3. Machen Sie daraus ein kleines tägliches Glas, keine Kur. Die Darmstudien verwendeten 100 bis 200 ml am Tag über vier Wochen [17] [18]. Ein Glas Hello Aloe am Morgen, pur oder in Wasser, ist die ehrliche Größe dieser Gewohnheit.
  4. Kombinieren Sie ihn mit dem, was bei Ihnen schon funktioniert. Aloe mit Ingwer und Kurkuma ist eine klassische Küchenkombination; Fire Bloom vereint sie in einer Box, und das Set für das Gleichgewicht des Verdauungssystems stellt einem Liter Aloe eine Flasche gepressten Ingwer und ein Glas Beerenhonig zur Seite.
  5. Behalten Sie die Pflanze auf der Fensterbank. Sie ist dieselbe Art wie die in der Flasche und die beste Erinnerung im Regal daran, wofür das Gel da ist: ein Blatt, das in einem trockenen Raum Wasser bewahrt.
Flasche Was drinsteckt Unsere Anwendung
Hello Aloe 1 L 99.7 % Bio-Aloe-vera-Gel, 0.3 % Zitronensäure Ein kleines Glas jeden Morgen, pur oder in Wasser
Hello Aloe 3 L Derselbe Saft in einer Bag-in-Box, die die Luft von dem fernhält, was noch übrig ist Die Haushaltsgröße für eine tägliche Gewohnheit
Fire Bloom 3 L 92 % Bio-Aloe-vera, 5 % Ingwer, 3 % Kurkuma Leicht wärmend, leicht gewürzt – das Abendglas
Green Restart Set 3 L Hello Aloe mit 500 ml Brennnesselsaft und 500 ml Knollenselleriesaft Eine Woche Grünes mit der Aloe als Basis

Aloe vera, kurz gefasst

Aloe vera ist eine Sukkulente aus der Ordnung der Spargelartigen, kein Kaktus; ihr inneres Gel besteht zu etwa 98–99 % aus Wasser, und ihr Signaturmolekül ist Acemannan, eine Mannose-Kette, deren Acetylgruppen durch Trocknung und Hitze zerstört werden. Drei gepoolte Studien mit 151 Menschen fanden einen bescheidenen Nutzen beim Reizdarmsyndrom, und mehrere Metaanalysen berichten von niedrigerem Nüchternblutzucker und HbA1c, meist mit Kapseln.

Ein Hinweis zur Vorsicht: Oral eingenommene Aloe wird in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen, ebenso wenig bei ungeklärten Bauchschmerzen.

Zurück zur Fensterbank

Gehen Sie hin und sehen Sie sich die Pflanze an, die Sie vernachlässigt haben. Drehen Sie den Topf. Achten Sie darauf, wie die Blätter in der Wärme am Fenster dicker geworden sind und wie sich die Pflanze geduldig dem einen zugeneigt hat, woran es ihr fehlte. Sie ist kein Kaktus, und sie braucht nicht, dass Sie sie verstehen; sie bewahrt Wasser an trockenen Orten seit einer Zeit, in der es noch keine Menschen gab, die vergessen konnten, sie zu gießen. Alles, was wir mit Aloe versucht haben – das Filetieren, die Kälte, der kurze Weg vom Feld in die Flasche – läuft auf ein einziges Anliegen hinaus: Ihnen das Reservoir dieses Blattes zu reichen, mit so wenig Verlust unterwegs, wie wir es hinbekommen. Brechen Sie heute Abend eine Spitze ab. Um das Gel geht es. Darum ging es immer.

Häufig gestellte Fragen

Ist Aloe vera ein Kaktus?

Nein. Aloe vera gehört zur Familie der Asphodelaceae in der Ordnung der Asparagales, neben Spargel und Zwiebeln; Kakteen stehen in der Ordnung der Caryophyllales, verwandt mit Roter Bete und Spinat [1]. Die beiden ähneln sich, weil beide Wasser in dickem Gewebe speichern, um Trockenheit zu überstehen – dasselbe Problem, unabhängig voneinander gelöst.

Was steckt wirklich in Aloe-vera-Gel?

Vor allem Wasser: 98 ± 1 g je 100 g [6]. Die verbleibenden ein bis zwei Prozent werden von Acemannan dominiert, einer Kette aus Mannose-Zuckern mit Acetylgruppen, dazu kleine Mengen anderer Zucker und Mineralstoffe [11]. In der bislang detailliertesten Analyse wurde im inneren Gel kein Vitamin C nachgewiesen [6].

Hilft Aloe-vera-Saft dem Darm?

Die Evidenz ist bescheiden, aber konsistent. Drei 2018 gepoolte randomisierte Studien mit 151 Menschen fanden, dass sich Reizdarmsymptome unter Aloe stärker besserten als unter Placebo, mit einer 1.69-mal höheren Ansprechrate [16]. Bei Colitis ulcerosa fand eine vierwöchige Studie mit zweimal täglich 100 ml ein klinisches Ansprechen bei 47 Prozent unter Aloe gegenüber 14 Prozent unter Placebo [18].

Warum wird der gelbe Teil des Blattes entfernt?

Der gelbe Saft unter der Rinde ist ein Konzentrat aus Anthrachinonen wie Aloin, einem Abführmittel, das das erste Handelsprodukt der Pflanze war [5] [7]. In einem nicht entfärbten Ganzblattextrakt wurden 14.1–15.9 mg Aloin A pro Gramm gemessen, etwa hundertmal mehr als in einem entfärbten [9]; trinkbare Aloe wird aus dem filetierten inneren Gel hergestellt und ist auf höchstens 10 ppm Aloin zertifiziert [10].

Quellen

  1. The Angiosperm Phylogeny Group (Chase MW, Christenhusz MJM, Fay MF, et al.). An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG IV. Botanical Journal of the Linnean Society. 2016;181(1):1–20. doi:10.1111/boj.12385
  2. Grace OM, Buerki S, Symonds MRE, et al. Evolutionary history and leaf succulence as explanations for medicinal use in aloes and the global popularity of Aloe vera. BMC Evolutionary Biology. 2015;15:29. doi:10.1186/s12862-015-0291-7
  3. Grace OM. Current perspectives on the economic botany of the genus Aloe L. (Xanthorrhoeaceae). South African Journal of Botany. 2011;77(4):980–987. doi:10.1016/j.sajb.2011.07.002
  4. Silva H, Sagardia S, Ortiz M, et al. Relationships between leaf anatomy, morphology, and water use efficiency in Aloe vera (L) Burm f. as a function of water availability. Revista Chilena de Historia Natural. 2014;87:13. doi:10.1186/s40693-014-0013-3
  5. Hamman JH. Composition and applications of Aloe vera leaf gel. Molecules. 2008;13(8):1599–1616. doi:10.3390/molecules13081599
  6. Añibarro-Ortega M, Pinela J, Barros L, et al. Compositional features and bioactive properties of Aloe vera leaf (fillet, mucilage, and rind) and flower. Antioxidants. 2019;8(10):444. doi:10.3390/antiox8100444
  7. Dioscorides. De materia medica, Book III, chapter 22 (aloe). Translated by Beck LY. Pedanius Dioscorides of Anazarbus: De materia medica. Hildesheim: Olms-Weidmann; 2005.
  8. Reynolds T, Dweck AC. Aloe vera leaf gel: a review update. Journal of Ethnopharmacology. 1999;68(1–3):3–37. doi:10.1016/S0378-8741(99)00085-9
  9. National Toxicology Program. Toxicology and carcinogenesis studies of a nondecolorized whole leaf extract of Aloe barbadensis Miller (Aloe vera) in F344/N rats and B6C3F1 mice (drinking water study). NTP Technical Report Series. 2013;(577).
  10. International Aloe Science Council. Processing methods for Aloe vera leaf: position statement on decolorization. 31 May 2016.
  11. Qian W, Wang H, Shan D, et al. Extraction, purification, structural characteristics, biological activities and pharmacological applications of acemannan, a polysaccharide from Aloe vera: a review. Molecules. 2019;24(8):1554. doi:10.3390/molecules24081554
  12. Rodríguez-González VM, Femenia A, González-Laredo RF, et al. Effects of pasteurization on bioactive polysaccharide acemannan and cell wall polymers from Aloe barbadensis Miller. Carbohydrate Polymers. 2011;86(4):1675–1683. doi:10.1016/j.carbpol.2011.06.084
  13. Minjares-Fuentes R, Rodríguez-González VM, González-Laredo RF, Eim V, González-Centeno MR, Femenia A. Effect of different drying procedures on the bioactive polysaccharide acemannan from Aloe vera (Aloe barbadensis Miller). Carbohydrate Polymers. 2017;168:327–336. doi:10.1016/j.carbpol.2017.03.087
  14. López Z, Femenia A, Núñez-Jinez G, et al. Dry but not humid thermal processing of Aloe vera gel promotes cytotoxicity on human intestinal cells HT-29. Foods. 2022;11(5):745. doi:10.3390/foods11050745
  15. Comas-Serra F, Estrada P, Minjares-Fuentes R, Femenia A. Evaluation of acemannan in different commercial beverages containing Aloe vera gel. Gels. 2023;9(7):552. doi:10.3390/gels9070552
  16. Hong SW, Chun J, Park S, Lee HJ, Im JP, Kim JS. Aloe vera is effective and safe in short-term treatment of irritable bowel syndrome: a systematic review and meta-analysis. Journal of Neurogastroenterology and Motility. 2018;24(4):528–535. doi:10.5056/jnm18077
  17. Davis K, Philpott S, Kumar D, Mendall M. Randomised double-blind placebo-controlled trial of aloe vera for irritable bowel syndrome. International Journal of Clinical Practice. 2006;60(9):1080–1086. doi:10.1111/j.1742-1241.2006.00980.x
  18. Langmead L, Feakins RM, Goldthorpe S, et al. Randomized, double-blind, placebo-controlled trial of oral aloe vera gel for active ulcerative colitis. Alimentary Pharmacology & Therapeutics. 2004;19(7):739–747. doi:10.1111/j.1365-2036.2004.01902.x
  19. Dick WR, Fletcher EA, Shah SA. Reduction of fasting blood glucose and hemoglobin A1c using oral aloe vera: a meta-analysis. Journal of Alternative and Complementary Medicine. 2016;22(6):450–457. doi:10.1089/acm.2015.0122
  20. Zhang Y, Liu W, Liu D, Zhao T, Tian H. Efficacy of aloe vera supplementation on prediabetes and early non-treated diabetic patients: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Nutrients. 2016;8(7):388. doi:10.3390/nu8070388
  21. Suksomboon N, Poolsup N, Punthanitisarn S. Effect of Aloe vera on glycaemic control in prediabetes and type 2 diabetes: a systematic review and meta-analysis. Journal of Clinical Pharmacy and Therapeutics. 2016;41(2):180–188. doi:10.1111/jcpt.12382
  22. Willcox ML, Elugbaju C, Al-Anbaki M, Lown M, Graz B. Effectiveness of medicinal plants for glycaemic control in type 2 diabetes: an overview of meta-analyses of clinical trials. Frontiers in Pharmacology. 2021;12:777561. doi:10.3389/fphar.2021.777561
  23. Vogler BK, Ernst E. Aloe vera: a systematic review of its clinical effectiveness. British Journal of General Practice. 1999;49(447):823–828.

Dieser Artikel dient der Information und ist keine medizinische Beratung. Wenn Sie eine diagnostizierte Erkrankung haben, schwanger sind oder regelmäßig Medikamente einnehmen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Ihre Ernährung umstellen.

Kommentar hinterlassen

Beachte bitte, dass Kommentare vor ihrer Veröffentlichung genehmigt werden müssen.