Die Uhr in der Kiste: Warum kurze Versorgungsketten zählen – Sage Green
Diese Seite unterstützt deinen Browser nur begrenzt. Wir empfehlen dir, zu Edge, Chrome, Safari oder Firefox zu wechseln.

Free shipping over €50

Use coupon code WELCOME10 for 10% off your first order.

Cart 0

Herzlichen Glückwunsch! Deine Bestellung ist für den kostenlosen Versand qualifiziert. You are €50 away from free shipping.
Keine weiteren Produkte zum Kauf verfügbar

Produkte
Zwischensumme Kostenlos
Versand, Mehrwertsteuer und Rabattcodes werden an der Kasse berechnet

Die Uhr in der Kiste: Vom Strauch in die Flasche – und die Logik der kurzen Versorgungskette

Wicker basket full of freshly picked black aronia berries outdoors, green leaves behind

Im späten September steht am Ende einer Reihe eine Kiste Beeren, und das sieht aus wie das Ende einer Geschichte. Die Sträucher sind abgeerntet, die Pflücker sind weitergezogen, und die Früchte ruhen im Schatten: fertig.

Fertig sind sie nicht. Schieben Sie eine Hand bis in die Mitte der Kiste: Die Beeren dort können wärmer sein als die Luft ringsum. Nichts fault, nichts ist verkehrt. Die Früchte atmen. Jede Beere in der Kiste lebt noch, nimmt noch Sauerstoff auf, verbrennt noch die Zucker und Säuren, die sie den Sommer über gebildet hat – und weil sie von der Pflanze getrennt ist, bleibt ihr nichts mehr zu verbrennen als sie selbst [1].

Diese Wärme ist eine Uhr. Sie begann zu laufen, als der Stiel brach, sie läuft umso schneller, je wärmer die Kiste wird, und alles, was ein Safthersteller danach tut – das Pressen, das Einfrieren, das Abfüllen, der Weg bis vor Ihre Tür –, ist entweder ein Versuch, diese Uhr anzuhalten, oder eine Art, gegen sie zu verlieren. Hier lesen Sie, was die Uhr nimmt – und warum wir den kürzesten Weg vom Feld in die Flasche noch immer für den besten halten.

Eine gepflückte Frucht atmet weiter

Zwei Hände halten frisch gepflückte Schwarze Johannisbeeren zwischen grünen Blättern

Die Ernte tötet eine Frucht nicht. Sie kappt nur die Verbindung. Von dieser Beobachtung geht die Nachernteforschung aus: Alles frische Obst und Gemüse ist lebendes Gewebe, das nach dem Pflücken weiteratmet, und Atmen heißt, langsam die eigenen Reserven aufzuzehren [1]. An der Pflanze werden diese Reserven wieder aufgefüllt. In der Kiste nehmen sie nur noch ab.

Wie schnell das geht, hängt von zwei Dingen ab. Das erste ist die Frucht selbst. Das Lagerhandbuch des US-Landwirtschaftsministeriums ordnet Obst und Gemüse danach, wie stark sie in der Kälte atmen: Äpfel stehen in der niedrigen Klasse, neben Kartoffeln und Zwiebeln, Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren dagegen in der hohen [1]. Als Faustregel gilt: Je schneller ein Erntegut atmet, desto kürzer ist sein Leben nach der Ernte – weshalb ein Apfel eine Frucht ist, die warten kann, und eine weiche Beere eine, die es nicht kann.

Das zweite ist die Temperatur. Chemie läuft in der Wärme schneller ab, und die Chemie des Lebendigen macht da keine Ausnahme: Als Richtwert gilt, dass sich die Geschwindigkeit dieser Reaktionen mit jeder Erwärmung um 10 °C verdoppelt bis verdreifacht [1]. Das Beispiel, das das Handbuch selbst anführt, ist drastisch: Ein Erntegut, das sich 13 Tage hält, wenn es bei 20 °C lagert, kann sich bei 0 °C bis zu 100 Tage halten – und bei 40 °C höchstens 4 Tage [1]. Eine Stunde in der Sonne und eine Stunde im Kühlraum sind nicht dieselbe Stunde.

Was die Uhr zuerst nimmt

Das Empfindlichste in der Kiste ist das Vitamin C. Es ist der Nährstoff, den Nachernteforscher am genauesten im Auge behalten, weil er meist als erster schwindet. Die maßgebliche Übersichtsarbeit zum Thema, verfasst von Lee und Kader, sagt es ohne Umschweife: Frisch geerntetes Obst und Gemüse enthält mehr Vitamin C als gelagertes, und die Temperaturführung nach der Ernte ist der wichtigste Faktor für seinen Erhalt [2].

In einem klassischen Versuch, den die Übersichtsarbeit anführt, verlor Grünkohl bei 0 °C in zwei Tagen zwischen 2 % und 5 % seines Vitamin C. Bei 20 °C – in einem gewöhnlichen Zimmer also – waren es in denselben zwei Tagen zwischen 61 % und 89 %, je nachdem, wie schnell die Blätter welkten [2]. Für frischen Spinat bei Raumtemperatur ist belegt, dass er in weniger als vier Tagen sein gesamtes Vitamin C verlor, und für frische Erbsen, dass sie binnen einer Woche die Hälfte einbüßten [3].

Spinat und Erbsen gehören im Handbuch zur Klasse mit der stärksten Atmung [1], und eine Beere ist kein Blatt. Doch Früchte haben ihre eigene Schwäche: Sie bekommen Druckstellen. Dieselbe Übersichtsarbeit hält fest, dass Erdbeeren und andere Beeren rasch Vitamin C verlieren, sobald sie bei der Ernte Druckstellen davontragen, und dass druckgeschädigtes Tomatengewebe rund 15 % weniger Vitamin C enthielt als die unversehrte Frucht [2].

Für eine Beere wie den Sanddorn ist das keine Nebensache. Sanddorn, der an den Küsten Europas wächst, kann 120–315 mg Vitamin C je 100 g frischer Früchte enthalten [4], und genau diesen Teil der orangefarbenen Beere setzen die Stunden nach dem Pflücken aufs Spiel.

Sunthorn, 1-L-Flasche: 100 % kaltgepresster Bio-Sanddornsaft

Unsere Empfehlung

Sunthorn – 100 % Bio-Sanddornsaft 1 L

Bio-Sanddorn, kaltgepresst zu purem Saft ohne jeden Zusatz – die Beere, deren Zweige vom Strauch direkt in die Kälte wandern.

Jetzt kaufen →

Sechs Stunden in der Sonne

Wie kurz ist das Zeitfenster? Die klarste Antwort liefern Erdbeeren, das am gründlichsten untersuchte Weichobst überhaupt. 1995 nahm ein Team von Nachernteforschern drei Sorten und tat etwas ganz Einfaches: Die eine Hälfte der Früchte kam sofort in die Kühlung mit Zwangsbelüftung, die andere wartete zuvor 6 Stunden bei 30 °C – ein warmer Nachmittag am Feldrand. Danach wurden alle gleich gelagert: eine Woche bei 1 °C und einen Tag bei 20 °C [5].

Sechs Stunden genügten. Die verspätet gekühlten Beeren verloren rund 50 % mehr Wasser, waren 14–22 % weicher und kamen mit höheren Verlusten an Vitamin C und an Zuckern aus dem Lager als die sofort gekühlten Früchte [5]. Der Schaden entstand an einem Nachmittag, die Rechnung kam eine Woche später.

Nicht jede Beere folgt derselben Uhr. Als Forscher vier Beerenarten bis zu 8 Tage bei Temperaturen von 0 bis 30 °C lagerten, behielten Erdbeeren und Kulturheidelbeeren ihr Vitamin C, während Himbeeren und niedrigwüchsige Heidelbeeren einen Teil davon verloren [6]. Jede Frucht hat ihr eigenes Zeitmaß – deshalb muss ein Erzeuger die Beere kennen und nicht nur den Kalender.

Und eine Uhr lässt sich auch beschleunigen. Eine angedrückte oder aufgeplatzte Beere ist eine Beere, deren Zellen aufgebrochen sind: Ihre Enzyme, die Stoffe, auf die sie wirken, und die Luft treffen mit einem Mal aufeinander. In einem Versuch war die Aktivität des Bräunungsenzyms Polyphenoloxidase in Apfelsaft aus einem Hochleistungsmixer rund 4,5-mal so hoch wie in Saft aus einem langsam laufenden Schneckenentsafter [7] – dieselbe Chemie, die einen heruntergefallenen Apfel braun werden lässt, und einer der Gründe, warum wir langsam pressen, statt zu häckseln.

Zwei Wege, eine Uhr anzuhalten

Abgeschnittene Sanddornzweige voller reifer gelb-oranger Beeren stehen in einem Eimer

Es gibt nur zwei ehrliche Wege, sie anzuhalten. Der eine: die Frucht pressen, solange sie noch ganz sie selbst ist, und den Saft in einer Flasche verschließen. Der andere: sie einfrieren.

Der Sanddorn zeigt den zweiten Weg besser als jede andere Frucht, die wir kennen. Seine Beeren sitzen dicht an dornigen Zweigen und lösen sich nur widerwillig, deshalb werden sie im Erwerbsanbau oft gar nicht gepflückt. Man schneidet die fruchttragenden Zweige ab, und der ganze Zweig kommt in die Kälte: Eine technische Übersicht beschreibt das Schockfrosten auf −23 °C innerhalb von 12 Stunden und Gefrierkammern, die −40 °C erreichen; danach brechen die gefrorenen Beeren sauber vom Holz [8]. Ein Erzeugerleitfaden aus Ontario beschreibt denselben Ablauf bei −20 °C [9]. Die Uhr wird nicht verlangsamt. Sie wird angehalten. Das ist die Frucht, die in Sunthorn steckt.

Die Bilanz des Einfrierens ist besser als sein Ruf. Als Forscher acht Obst- und Gemüsearten – darunter Erdbeeren und Heidelbeeren – einmal frisch im Kühlschrank gelagert und einmal tiefgefroren miteinander verglichen, war der Vitamingehalt der Tiefkühlware mit dem der frischen vergleichbar und gelegentlich sogar höher [10]. Eine zweijährige Studie an Supermarktware fand dasselbe Muster: Tiefgefrorenes lag in den meisten Vergleichen gleichauf mit Frischem und schnitt gegenüber Ware, die fünf Tage im Kühlschrank gelegen hatte, häufiger besser ab als schlechter [11]. (Diese zweite Studie wurde von der Frozen Food Foundation finanziert – das sollte man beim Lesen wissen.)

Der erste Weg – die Presse – folgt demselben Prinzip. Die Autoren einer Übersichtsarbeit, die frische, tiefgefrorene und in Dosen konservierte Ware verglichen, kamen zu dem Schluss, dass Frisches beim Vitamin C oft am besten abschneidet – unter einer Bedingung: dass es nur minimal gelagert wird, ob bei Raumtemperatur oder in der Kälte [3]. Eine Presse nahe am Feld ist schlicht die kürzeste Lagerung, die es gibt.

Auf den Zeitpunkt kommt es schon an, bevor der Stiel bricht. Als Forscher die Aronia, auch Apfelbeere genannt, auf zwei Biobetrieben in Polen von Juli bis Oktober beobachteten, stiegen die Anthocyane – die Farbstoffe, die die Beere fast schwarz machen – auf dem Betrieb im Tiefland bis Mitte August an und gingen dann zurück; das beste Erntefenster reichte dort vom 4. bis zum 18. August. Auf dem höher gelegenen Betrieb reichte es vom 7. August bis zum 18. September [12]. Eine Presse in Reichweite der Hecke kann auf die Beere warten. Moon Berry besteht ganz aus Aronia.

Warum es die lange Kette gibt

Äpfel in Holzkisten, gestapelt in einem Kühllager, bereit zum Versand

Die lange Kette gibt es, weil sie ein echtes Problem löst: Obst reift in wenigen Wochen, Saft aber wollen die Menschen das ganze Jahr.

Die Antwort der Industrie heißt Konzentrieren. Unter Vakuum wird Wasser aus dem Saft verdampft; ein von der FAO herausgegebenes Handbuch zur Saftverarbeitung nennt die Vakuumkonzentrierung das Verfahren, dem Fruchtsäfte ihre breite Verfügbarkeit, ihren günstigen Preis und ihre Beliebtheit am meisten verdanken, und hält fest, dass sich manche Säfte auf über 70 °Brix bringen lassen – eine bis zu 10-fache Erhöhung des Trockenmassegehalts – und dann über lange Zeit gelagert, transportiert oder für später bevorratet werden können [13]. Am anderen Ende der Reise wird das Wasser wieder zugesetzt. Das europäische Recht nimmt es mit dem Unterschied genau: „Fruchtsaft“ ist das aus der Frucht gewonnene Erzeugnis, „Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat“ dagegen das Erzeugnis, das aus konzentriertem Fruchtsaft mit Trinkwasser wiederhergestellt wird [14]. Rechtlich sind das zwei verschiedene Bezeichnungen, und auf dem Etikett muss die richtige stehen. Darüber, was sonst noch mit Saft zwischen Presse und Regal geschieht, haben wir an anderer Stelle geschrieben.

Auch ganze Früchte reisen durch die Zeit. In kontrollierter Atmosphäre – 2 bis 3 Prozent Sauerstoff, 1 bis 4 Prozent Kohlendioxid und Kälte [13] – werden manche Apfelsorten 6 bis 12 Monate gelagert [15]. Das funktioniert, weil der Apfel von Haus aus langsam atmet – und es ist der Grund, warum ein Apfel im Mai älter sein kann, als er aussieht. Der Vitamin-C-Gehalt von Äpfeln, so Lee und Kader, kann nach 6 Monaten Kühllagerung auf weniger als 50 % des Ausgangswerts sinken [2].

Eine lange Kette ist, anders gesagt, eine Sammlung sehr guter Techniken, Obst warten zu lassen. Eine kurze Kette ist die Entscheidung, es nicht warten zu lassen.

Go Berry, 1-L-Flasche: kaltgepresster Bio-Saft aus Aronia und Sanddorn

Unsere Empfehlung

Go Berry – Bio-Aronia- & Sanddornsaft 1 L

Zwei Beeren des Nordens in einer Flasche: 75 % Bio-Aroniasaft und 25 % Bio-Sanddornsaft, kaltgepresst, ohne jeden Zusatz.

Jetzt kaufen →

Was „kurz“ wirklich bedeutet

„Kurz“ klingt nach einer Entfernung. In der europäischen Politik wurde es anders definiert. Die EU-Verordnung von 2013 über die Förderung der ländlichen Entwicklung beschrieb die kurze Versorgungskette als eine Versorgungskette mit einer begrenzten Zahl von Wirtschaftsbeteiligten, die sich für Zusammenarbeit, lokale Wirtschaftsentwicklung und enge geografische und soziale Beziehungen zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Verbrauchern engagieren [16], und die Regeln für die Förderung solcher Ketten zogen die Grenze bei höchstens einem zwischengeschalteten Akteur zwischen Landwirt und Verbraucher [17]. Die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission, die kurze Ketten in der gesamten Union untersuchte, kam auf denselben Kern: Das Lebensmittel lässt sich einem Landwirt zuordnen und bis zu ihm zurückverfolgen, und die Zahl der zwischengeschalteten Akteure zwischen Landwirt und Verbraucher ist minimal oder im Idealfall null [18].

Hände also, nicht Kilometer – und es lohnt sich, genau zu sagen, warum. In der bekanntesten Analyse zu dieser Frage, einer Studie über Haushalte in den Vereinigten Staaten, entfielen auf den Transport insgesamt 11 % der Treibhausgasemissionen, die Lebensmittel über ihren gesamten Lebenszyklus verursachen, und auf die abschließende Lieferung vom Erzeuger an den Einzelhandel 4 %, während 83 % in der Erzeugung selbst entstanden [19]. Die Gemeinsame Forschungsstelle sagt dasselbe von der anderen Seite her: „Lokal“ allein genügt nicht, um einen Vorteil für die Umwelt zu sichern [18]. Deshalb begründen wir die kurze Kette nicht mit der Klimabilanz. Wir begründen sie mit der Zeit. Weniger Hände bedeuten weniger Wartezeiten, und in jeder Wartezeit läuft die Uhr.

Auch deshalb bemühen wir uns, unsere eigene Landkarte offenzulegen. Unsere Säfte werden in Lettland gepresst und abgefüllt. Der Sanddorn stammt aus Lettland, und Aronia wächst im gesamten Baltikum. Doch viele der Früchte, mit denen wir arbeiten – Noni, Graviola, Açaí –, wachsen überhaupt nicht in Europa, und für sie kann die Kette, in Kilometern gemessen, nicht kurz sein. In Händen gemessen kann sie es trotzdem sein, und rückverfolgbar bis zu einem Erzeuger auch – und das ist der Teil der Definition, auf den es am meisten ankommt.

Was Sie diese Woche tun können

Ein Glas Sanddornsaft auf einem Holztisch neben frischen Beeren an ihren Zweigen
  1. Lesen Sie die Bezeichnung, nicht die Vorderseite der Packung. Die rechtlich vorgeschriebene Bezeichnung verrät, welche Kette ein Saft hinter sich hat: „Fruchtsaft“ oder „Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat“ [14]. Unsere Säfte werden nicht aus Konzentrat hergestellt.
  2. Behandeln Sie eine geöffnete Flasche wie frisches Obst. Das Pressen hält die Uhr nicht für immer an, und mit dem Öffnen der Flasche läuft sie wieder los. In einer Studie verloren frisch gepresste Säfte bei etwa 28 °C innerhalb von 48 Stunden signifikant an Vitamin C, phenolischen Verbindungen und antioxidativer Kapazität, während dieselben Säfte im Kühlschrank bis zum 5. Tag im Wesentlichen unverändert blieben [20]. Halten Sie die Flasche kühl und verschlossen, und halten Sie sich nach dem Öffnen an die Angaben auf dem Etikett.
  3. Kaufen Sie Beeren so, wie eine Presse es tut. Kaufen Sie in der Saison nah beim Erzeuger, und kühlen Sie die Früchte, sobald Sie zu Hause sind. Greifen Sie außerhalb der Saison ohne schlechtes Gewissen zu Tiefkühlware [10] [11].
  4. Wenn Sie selbst pflücken, seien Sie schneller als der Nachmittag. Stellen Sie die Kiste in den Schatten, füllen Sie sie nicht zu hoch – angedrückte Beeren verlieren rasch Vitamin C [2] – und kühlen Sie die Früchte noch am selben Tag. Sechs warme Stunden reichten aus, um an einer Erdbeere noch eine Woche später Spuren zu hinterlassen [5].
Flasche Was drinsteckt Unsere Anwendung
Sunthorn 1 L 100 % Bio-Sanddornsaft, kaltgepresst Ein Schuss in ein Glas Wasser, zum Frühstück
Moon Berry 1 L 100 % Bio-Aroniasaft, kaltgepresst Ein kleines Glas, etwa 100 ml, zu einer Mahlzeit
Go Berry 1 L 75 % Bio-Aroniasaft und 25 % Bio-Sanddornsaft, kaltgepresst Beide Beeren des Nordens in einem Glas, nach Geschmack verdünnt
Blue North 1 L 100 % Bio-Haskapsaft, kaltgepresst Eine dunkle, säuerlich-herbe Beere für die Tage dazwischen

Die kurze Versorgungskette, kurz gefasst

Eine kurze Versorgungskette ist eine Kette mit wenigen Händen und wenig Wartezeit zwischen dem Erzeuger und Ihnen. Gepflücktes Obst lebt weiter und zehrt von seinen Reserven – am schnellsten, wenn es warm ist oder Druckstellen hat. Am sichersten bewahrt man deshalb, was die Frucht gebildet hat, indem man sie bald nach der Ernte und nahe am Feld presst oder einfriert.

Ein Hinweis zur Vorsicht: Das sind säuerlich-herbe, unverdünnte Säfte – wenn Sie Reflux haben, verdünnen Sie sie und trinken Sie sie zum Essen.

Zurück zur Kiste

Die Kiste am Ende der Reihe ist noch warm. Diese Wärme ist die Frucht, die sich selbst aufzehrt, und das geht so weiter, bis jemand sie kühlt, einfriert oder presst – oder bis nichts mehr übrig ist, was sich zu pressen lohnt.

Alles an einer kurzen Versorgungskette ergibt sich daraus, dass man das ernst nimmt: Obst in Reichweite einer Presse anbauen, den Sanddornzweig schneiden und direkt in die Kälte schicken, auf die Aronia warten statt auf den Lkw und die Zahl der Hände so klein halten, dass immer jemand sagen kann, wo eine Flasche ihren Anfang nahm. Das ist keine romantische Idee. Es ist das, was die Frucht verlangt – in Stunden geschrieben.

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell verliert Obst nach dem Pflücken Vitamin C?

Das hängt von der Obst- oder Gemüseart ab und vor allem von der Temperatur. In einem von Lee und Kader angeführten Versuch verlor Grünkohl bei 0 °C in zwei Tagen 2–5 % seines Vitamin C, bei 20 °C dagegen 61–89 % [2], und frischer Spinat hat bei Raumtemperatur in weniger als vier Tagen sein gesamtes Vitamin C verloren [3]. Erdbeeren, die vor dem Kühlen 6 Stunden bei 30 °C standen, wiesen eine Woche später höhere Vitamin-C-Verluste auf [5].

Was ist der Unterschied zwischen Saft und Saft aus Konzentrat?

Nach der EU-Richtlinie 2001/112/EG wird „Fruchtsaft“ aus der Frucht selbst gewonnen, während „Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat“ aus konzentriertem Fruchtsaft mit Trinkwasser wiederhergestellt wird [14]. Beim Konzentrieren wird Wasser entzogen, damit sich der Saft lagern und transportieren lässt; manche Säfte werden bis auf das 10-Fache konzentriert [13]. Die rechtlich vorgeschriebene Bezeichnung auf dem Etikett verrät, welcher von beiden in der Flasche ist.

Was ist eine kurze Versorgungskette?

Das EU-Recht zur ländlichen Entwicklung definierte sie als eine Versorgungskette mit einer begrenzten Zahl von Wirtschaftsbeteiligten und engen Beziehungen zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Verbrauchern [16], und die Förderregeln ließen höchstens einen zwischengeschalteten Akteur zwischen Landwirt und Verbraucher zu [17]. Im Mittelpunkt stehen wenige Hände und Lebensmittel, die sich bis zu einem Landwirt zurückverfolgen lassen – nicht die Entfernung allein [18].

Sind tiefgefrorene Beeren so nährstoffreich wie frische?

Nach den veröffentlichten Daten: weitgehend ja. Ein Vergleich von acht Obst- und Gemüsearten, darunter Erdbeeren und Heidelbeeren, ergab, dass der Vitamingehalt der Tiefkühlware mit dem der frischen vergleichbar und gelegentlich höher war [10]. Eine zweijährige Studie an Ware aus dem Einzelhandel ergab, dass Tiefgefrorenes in den meisten Vergleichen mit Frischem gleichauf lag und gegenüber Ware, die fünf Tage im Kühlschrank gelagert worden war, häufiger besser abschnitt als schlechter [11].

Quellen

  1. Saltveit ME. Respiratory metabolism. In: Gross KC, Wang CY, Saltveit M, eds. The Commercial Storage of Fruits, Vegetables, and Florist and Nursery Stocks. Agriculture Handbook 66. Washington, DC: US Department of Agriculture, Agricultural Research Service; revised 2016.
  2. Lee SK, Kader AA. Preharvest and postharvest factors influencing vitamin C content of horticultural crops. Postharvest Biology and Technology. 2000;20(3):207–220. doi:10.1016/S0925-5214(00)00133-2
  3. Rickman JC, Barrett DM, Bruhn CM. Nutritional comparison of fresh, frozen and canned fruits and vegetables. Part 1. Vitamins C and B and phenolic compounds. Journal of the Science of Food and Agriculture. 2007;87(6):930–944. doi:10.1002/jsfa.2825
  4. Koskovac M, Cupara S, Kipic M, Barjaktarevic A, Milovanovic O, Kojicic K, Markovic M. Sea buckthorn oil — a valuable source for cosmeceuticals. Cosmetics. 2017;4(4):40. doi:10.3390/cosmetics4040040
  5. Nunes MCN, Brecht JK, Morais AMMB, Sargent SA. Physical and chemical quality characteristics of strawberries after storage are reduced by a short delay to cooling. Postharvest Biology and Technology. 1995;6(1–2):17–28. doi:10.1016/0925-5214(94)00048-W
  6. Kalt W, Forney CF, Martin A, Prior RL. Antioxidant capacity, vitamin C, phenolics, and anthocyanins after fresh storage of small fruits. Journal of Agricultural and Food Chemistry. 1999;47(11):4638–4644. doi:10.1021/jf990266t
  7. Park S-Y, Kang T-M, Kim M-J, Kim M-J. Enzymatic browning reaction of apple juices prepared using a blender and a low-speed masticating household juicer. Bioscience, Biotechnology, and Biochemistry. 2018;82(11):2000–2006. doi:10.1080/09168451.2018.1497943
  8. Milea D, Visan AL, Bogdanof CG. A study regarding the actual state of art for technologies and equipment's used to separate the sea buckthorn fruits from harvested branches. Annals of the University of Craiova – Agriculture, Montanology, Cadastre Series. 2019;49:379–388.
  9. Ontario Ministry of Agriculture, Food and Rural Affairs. Specialty Cropportunities: Sea Buckthorn. 2012.
  10. Bouzari A, Holstege D, Barrett DM. Vitamin retention in eight fruits and vegetables: a comparison of refrigerated and frozen storage. Journal of Agricultural and Food Chemistry. 2015;63(3):957–962. doi:10.1021/jf5058793
  11. Li L, Pegg RB, Eitenmiller RR, Chun J-Y, Kerrihard AL. Selected nutrient analyses of fresh, fresh-stored, and frozen fruits and vegetables. Journal of Food Composition and Analysis. 2017;59:8–17. doi:10.1016/j.jfca.2017.02.002
  12. Zielińska A, Siudem P, Paradowska K, Gralec M, Kaźmierski S, Wawer I. Aronia melanocarpa fruits as a rich dietary source of chlorogenic acids and anthocyanins: 1H-NMR, HPLC-DAD, and chemometric studies. Molecules. 2020;25(14):3234. doi:10.3390/molecules25143234
  13. Bates RP, Morris JR, Crandall PG. Principles and practices of small- and medium-scale fruit juice processing. FAO Agricultural Services Bulletin 146. Food and Agriculture Organization of the United Nations; 2001.
  14. Council Directive 2001/112/EC of 20 December 2001 relating to fruit juices and certain similar products intended for human consumption. Official Journal of the European Communities, L 10, 12.1.2002, p. 58; consolidated text as amended by Directive (EU) 2024/1438.
  15. Kader AA. Controlled atmosphere storage. In: Gross KC, Wang CY, Saltveit M, eds. The Commercial Storage of Fruits, Vegetables, and Florist and Nursery Stocks. Agriculture Handbook 66. Washington, DC: US Department of Agriculture, Agricultural Research Service; revised 2016:22–25.
  16. Regulation (EU) No 1305/2013 of the European Parliament and of the Council of 17 December 2013 on support for rural development by the European Agricultural Fund for Rural Development (EAFRD). Official Journal of the European Union, L 347, 20.12.2013, p. 487. Article 2(1)(m). Repealed by Regulation (EU) 2021/2115.
  17. Commission Delegated Regulation (EU) No 807/2014 of 11 March 2014 supplementing Regulation (EU) No 1305/2013. Official Journal of the European Union, L 227, 31.7.2014, p. 1. Article 11(1).
  18. Kneafsey M, Venn L, Schmutz U, Balázs B, Trenchard L, Eyden-Wood T, Bos E, Sutton G, Blackett M; Santini F, Gomez y Paloma S, eds. Short Food Supply Chains and Local Food Systems in the EU. A State of Play of their Socio-Economic Characteristics. JRC Scientific and Policy Reports, EUR 25911 EN. Luxembourg: Publications Office of the European Union; 2013. doi:10.2791/88784
  19. Weber CL, Matthews HS. Food-miles and the relative climate impacts of food choices in the United States. Environmental Science & Technology. 2008;42(10):3508–3513. doi:10.1021/es702969f
  20. Khaksar G, Assatarakul K, Sirikantaramas S. Effect of cold-pressed and normal centrifugal juicing on quality attributes of fresh juices: do cold-pressed juices harbor a superior nutritional quality and antioxidant capacity? Heliyon. 2019;5(6):e01917. doi:10.1016/j.heliyon.2019.e01917

Dieser Artikel dient der Information und ist keine medizinische Beratung. Wenn Sie eine diagnostizierte Erkrankung haben, schwanger sind oder regelmäßig Medikamente einnehmen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Ihre Ernährung umstellen.

Kommentar hinterlassen

Beachte bitte, dass Kommentare vor ihrer Veröffentlichung genehmigt werden müssen.